MONZINGEN
Von Maike Hessedenz
Norbert Alt heißt der neue Bürgermeister in Monzingen. Der Sozialdemokrat konnte am Sonntag die Wiederholungswahl mit einem Vorsprung von 24 Stimmen vor Mitbewerber Jürgen Reinhard für sich entscheiden.
MONZINGEN
Von Maike Hessedenz
Norbert Alt heißt der neue Bürgermeister in Monzingen. Der Sozialdemokrat konnte am Sonntag die Wiederholungswahl mit einem Vorsprung von 24 Stimmen vor Mitbewerber Jürgen Reinhard für sich entscheiden.
Der erneute Urnengang war notwendig geworden, nachdem bei der Kommunalwahl am 7. Juni zwei Briefwahlstimmen zunächst als ungültig aussortiert worden waren,
was sich dann aber als Irrtum herausgestellt hatte (die AZ berichtete mehrfach).
Damals hatte Alt nur zwei Stimmen vor seinem Kontrahenten aus der FDP gelegen. Besonders beachtenswert, so der scheidende Bürgermeister und Wahlvorstand Adolf Geib (SPD), sei die hohe Wahlbeteiligung. Waren im Juni lediglich gute 61 Prozent der Monzinger zur Wahl gekommen, kamen jetzt 69,3 Prozent der Wahlberechtigten ins Rathaus. “Das haben wir sicher dem knappen Ausgang der letzten Wahl zu verdanken", meinte auch Alt, als er gegen 17.30 Uhr ins Wahllokal kam, um seine Stimme abzugeben. Entspannt sei er, beteuerte der spätere Wahlsieger noch vor Auszählung der Stimmen, habe den Nachmittag auf dem Fußballplatz verbrach. Auch wenn man ihm die Gelassenheit da noch nicht so ganz ansehen konnte.
Später dafür umso mehr, als er kurz vor 19 Uhr strahlenden Gesichtes Hände schütteln, Anrufe und Glückwünsche entgegennehmen durfte. “Die Freude ist das vorherrschende Gefühl", meinte er kurz nach Bekanntgabe des erneut sehr knappen Ergebnisses. 434 der insgesamt 872 Wähler hatten für ihn gestimmt, 410 für Reinhard, 28 Stimmen waren ungültig. “Jetzt habe ich erst einmal eine Woche Urlaub", erklärte der Maschinenschlosser, in dieser Zeit wolle er sich einarbeiten, um Projekte wie den Ausbau des Kirchenumfeldes und den Kindergarten weiter voran zu treiben und vor allem eine, die wichtigste Aufgabe, so schnell wie möglich anzugehen: “Wir müssen alles dafür tun, dass das Klima im Ort wieder besser wird, dass die Parteienlandschaft wieder zusammengeführt wird." Die Querelen, mit denen Monzingen in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen geraten war, seien sicher nicht notwendig gewesen, so der neue Ortschef; dennoch sei die Zeit nicht vertan gewesen. Da viele Projekte noch vor der Wahl hätten angestoßen werden können, “ist zum Glück nichts angebrannt".
Darauf ließ auch die Stimmung im Wahllokal schließen von Wahlverdruss herrschte dort keine Spur: “Wir nehmen's halt wie es kommt", sagten Walter und Hiltrud Eppelmann, “wählen gehen muss man schließlich, und nicht zu Hause bleiben und sich hinterher beschweren." Nina Klippel und Dominique Weichel waren beim Termin im Juni nicht an der Urne dafür aber jetzt: “Nachdem was seitdem alles passiert ist, ist es jetzt doch viel spannender und interessanter, wie's ausgeht", meinten die beiden 18- und 19-Jährigen.
Diese Spannung wollte sich einer jedoch wohl ersparen: Jürgen Reinhard, der sich in der Zwischenzeit auch Vorwürfen des Wahlbetrugs und der Wählerbestechung ausgesetzt gesehen hatte, die die Staatsanwaltschaft allerdings als haltlos erachtet hat, blieb der Ergebnisverkündung fern. Er sei familiären Verpflichtungen im Saarland nachgekommen, so hieß es aus Kreisen der FDP. Wie die Sitzverteilung im ebenfalls neu gewählten Gemeinderat aussieht, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest.
| Besucher: | 1125984 |
| Heute: | 198 |
| Online: | 3 |
03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen
23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen
20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen
18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen
18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen
Ein Service von websozis.info