Resolution gegen Notdienstregelung

Veröffentlicht am 18.12.2009 in Kommunales

Die Proteste gegen die von der Kassenärztlichen Vereinigung angeordnete Verlegung der ärztlichen Bereitschaftsdienste an das Meisenheimer Krankenhaus weiten sich aus. Aktionen von Stadt- und Verbandsgemeinderat sind zu erwarten, Ärzte aus den Bereitschaftsbezirken haben einen Anwalt eingeschaltet, in der Bevölkerung herrscht Empörung.

AZ:(zie / mp).
Elke Eßling aus Weiler will aber nicht nur schimpfen. Sie startet eine Unterschriftensammlung und will so versuchen, das Vorhaben abzuwenden. Es könne nicht sein, dass kranke Menschen, die einen Arzt brauchen, bis nach Meisenheim fahren müssen - was immerhin eine halbe Stunde Fahrt bedeute.
Eßling weiß, dass ein Großteil der Ärzte gegen die Einstellung des Wochenend-Notdienstes ist und möchte, dass die alte Regelung im Interesse der Patienten beibehalten wird. Gegen die Anordnung müsse man als Bürger und Patient unbedingt schnellstens etwas tun, zumal die neue Regelung schon ab 1. Januar gültig sein soll. Sie will im Bad Sobernheimer Ärztehaus Sammellisten für Unterschriften gegen die Verlagerung des Wochenend-Notdienstes nach Meisenheim auslegen. Eßling hofft, viele Patienten zu einer Unterschrift zu bewegen. Mit den Listen will sie dann bei der Ärztekammer oder bei anderen Institutionen vorstellig werden, um so auch die Lokalpolitik aufzurütteln. Die Patienten aus der gesamten Verbandsgemeinde würden schließlich darunter leiden, sagte sie abschließend.
Wie sehr die Neuregelung des ärztlichen Notdienstes Menschen der Region bedrückt, wurde bei einem Antrag von Klaus Stein (SPD) im Monzinger Gemeinderat deutlich. Stein schlug vor, eine gemeinsame Resolution zu verfassen und mit einem Brief an die kassenärztliche Vereinigung gegen diese neue Regelung zu protestieren. Wenn aus bestimmten Gründen eine Neuregelung notwendig sei, dann sei die Region auf jeden Fall besser versorgt, wenn der Anschluss nach Kirn hin erfolgt, sagte Stein. Jürgen Reinhard (FDP) will das bei der nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderates ebenfalls zum Thema machen. Allen Ratsmitgliedern war klar, dass man die ärztliche Notdienstversorgung über den infrastrukturell schlecht erreichbaren Meisenheimer Raum nicht hinnehmen werde.

Öffentlicher Anzeiger vom 18.12.2009,ni,VG BAD SOBERNHEIM
Monzinger Ortsgemeinderat ist gegen den geänderten Notdienst
Bereitschaftsdienst Bad Sobernheim-Odernheim entfällt ab 1. Januar Der ärztliche Bereitschaftsdienst für den Bezirk Bad Sobernheim-Odernheim, zu dem auch Staudernheim, Merxheim und Monzingen gehören, wird zum 1. Januar von der Bereitschaftszentrale Glan in Meisenheim übernommen (wir berichteten bereits Ende November).
Das bedeutet, dass es in diesem Bezirk keinen eigenständigen Notdienst mehr geben wird. Die Merxheimer Praxis Breinlinger hat mitgeteilt, dass sie ihren Notdienst bereits an die Meisenheimer Zentrale abgetreten hat. Notfallpatienten müssen sich aus diesem Grund im neuen Jahr nach Meisenheim wenden, Telefon 01805/112 082, und gegebenenfalls sogar dorthin fahren.
In Monzingen ist man mit dieser Regelung nicht einverstanden. Ratsmitglieder, Beigeordnete und der Ortsbürgermeister sprechen sich in einer Stellungnahme gegen eine Umorganisation der hausärztlichen Notfallbereitschaft in den Raum Meisenheim aus. Dies wurde in der Sitzung des Gemeinderates erklärt. Einer Umorganisation des Notdienstes auf der Achse Bad Sobernheim-Kirn stehe man dagegen offen gegenüber. Diese Variante steht allerdings nicht zur Debatte. Auch in Weiler regt sich Protest. Dort wurde eine Unterschriftenaktion gestartet (ni)

 

Für Sie im Landtag: Markus Stein


 

Termine in Monzingen

Veranstaltungen 2020

Counter

Besucher:1125984
Heute:175
Online:2

WebsoziInfo-News

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von websozis.info