Brief aus Berlin - April 2008
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
rund 20 Millionen Rentner sollen ab Juli eine Rentenerhöhung erhalten. Nach der geltenden Rentenformel hätte die Erhöhung 0,64 Prozent ausgemacht. Sie soll nun 1,1 Prozent für dieses und 2 Prozent für das nächste Jahr betragen. Nach drei Nullrunden und einer überaus geringen Erhöhung im vergangenen Jahr finde ich, dass die Lebensleistung der heutigen Rentner eine solche Erhöhung rechtfertigt.
Die Renten werden jährlich an die Entwicklung der Löhne angepasst. Die verbesserte Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation hat zu einer Stabilisierung der Rentenfinanzen beigetragen. Insofern kann die Erhöhung ohne eine Beitragserhöhung erfolgen. Schlagzeilen, die von einem Generationenkrieg sprechen halte ich für gefährlich.
Junge brauchen Alte und umgekehrt. Der demografische Wandel bietet für uns alle große Chancen. Übrigens auch für unsere Region. Tourismus, Wellness, Erholung, sind Stichworte, die zeigen, wie wir mit und in der Gesundheitsregion Naheland auf dem richtigen Weg sind. Unter dem Dach der Naheland-Touristik wurden hier bereits die ersten Schritte getan.
Mein Besuch in der Reha-Klinik Bad Rheingrafenstein hat mich wieder in meiner Auffassung bestätigt, dass Gesundheitspolitik auch Standortpolitik ist. Fast 150 Menschen arbeiten hier für und mit Menschen nach Krankheiten und Unfällen. Für den Standort Bad Münster am Stein - Ebernburg ein wichtiges Projekt und für die Patienten die Möglichkeit, bei modernster Betreuung in einer schönen Landschaft wieder zu Kräften zu kommen. "Die Nachfrage nach Reha-Leistungen ist groß", sagte mir Verwaltungsleiter Kloos, der darum auch konkrete Anbaupläne für eine Erweiterung hat.
Das Freilichtmuseum in Bad Sobernheim ist einen Besuch wert. Denn es gibt viel Neues. Museumsdirektor Schimek zeigte mir den neuen Kapellen-Weg über den Besucher nun direkt in den Museums-Weinberg gelangen. Die Sammlung von Blechspielzeugen wurde neu gestaltet und lädt sogar zum Spielen ein. Die 36 historischen Gebäude lassen die eigene Geschichte verständlich werden und zeugen vom Motto des Museumsdirektors für seine Arbeit: "Sammeln, Erforschen, Bewahren und Vermitteln des kulturellen Erbes unseres Landes". Als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für den Bereich Kulturpolitik bin ich stolz, dass wir in unserem Wahlkreis Bad Kreuznach / Birkenfeld viele bedeutende kulturelle Einrichtungen und mit dem Bad Sobernheimer Freilichtmuseum das größte in Rheinland-Pfalz haben.
Kulturpolitik ist Politik für alle Menschen. Auch im ländlichen Raum. Deshalb ist auch die Forderung der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages "Kultur in Deutschland" zu unterstützen, Musikschulen auf eine verbesserte finanzielle Grundlage zu stellen. Wie sagte einmal der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily: "Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit."
Ihr
Fritz R. Körper