Schutzschirm für Arbeitsplätze

Veröffentlicht am 03.11.2008 in Wirtschaftspolitik

Die SPD-Spitze hat am Freitag ein umfangreiches Konzept vorgestellt, um angesichts der Finanzkrise einen Schutzschirm für Arbeitsplätze zu spannen. "Alle Maßnahmen haben zum Ziel, Investitionen zu fördern, die Konjunktur zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern", betonte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier.

Steinmeier forderte angesichts der Finanzkrise "rasches und kraftvolles Handeln" - nach dem Rettungsschirm für die Banken brauche Deutschland jetzt einen Schutzschirm für die Arbeitsplätze. "Ich verspreche für die SPD: Wir werden in den nächsten Monaten um jeden Job kämpfen!"

Der SPD-Kanzlerkandidat und Bundesaußenminister forderte zudem, dass für die Sicherheit der Arbeitsplätze jetzt alle zusammenstehen müssten - Politik, Unternehmer und Beschäftigte. "Ich rufe die Betriebe auf, die Menschen so lange wie möglich im Betrieb zu halten, sie zu qualifizieren und nicht zu entlassen." Nötig sei es, aus der Erfahrung der Finanzkrise nun die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Dazu erklärte Steinmeier: "Ich wünsche mir, dass wir diese Chance ergreifen und in den kommenden Monaten eine neue Sozialpartnerschaft zwischen Unternehmen und Beschäftigten begründen!"

Frank-Walter Steinmeier kündigte folgende Maßnahmen an:

Wir sichern die Finanzierung der mittelständischen Wirtschaft. Dafür stellt die KfW für einen begrenzten Zeitraum bis zu 15 Milliarden Euro an Krediten bereit.
Wir fördern Investitionen. Unternehmen, die im nächsten und übernächsten Jahr investieren, können diese Anschaffungen schneller abschreiben. Kleine und mittlere Unternehmen bekommen Sonderabschreibungen. Wir stocken die Mittel für Gebäudesanierung und Energieeffizienz in den nächsten drei Jahren um jeweils eine Milliarde Euro auf. Und wir erhöhen die Mittel für die Gemeinschaftsaufgabe mit dem Titel "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" um 200 Millionen Euro. Dieses Geld kommt vor allem Ostdeutschland zugute.
In Deutschland hängt jeder sechste Arbeitsplatz am Auto, deshalb werden wir hier gezielt eingreifen. Wer im nächsten Jahr ein Auto kauft, braucht im Jahr 2009 keine Kfz-Steuer zu zahlen. Wer ein besonders umweltfreundliches Auto der Klasse Euro-V oder Euro-VI kauft, wird sogar zwei Jahre befreit. Ab 2011 stellen wir die Kfz-Steuer auf den Ausstoß von Treibhausgasen um.
Wir stärken gezielt Arbeitsplätze auf dem Bau und im Handwerk. Wer im nächsten Jahr den Handwerker ruft, kann für Instandhaltung oder Modernisierung bis zu 1.200 Euro von der Steuer absetzen. Das ist doppelt so viel wie bisher.
Qualifizieren statt entlassen: Das Kurzarbeitergeld wird auf 18 Monate verlängert. Gleichzeitig werden wir das Programm in der Bundesanstalt für Arbeit für Weiterbildung flächendeckend ausbauen. Davon profitieren alle: Unternehmen können ihre Fachkräfte im Betrieb halten. Arbeitnehmer können ihre Qualifikation verbessern.
Steinmeier verwies darauf, dass allein die verbesserten Abschreibungsbedingungen für Unternehmen und die bessere steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen ein Auftragsvolumen von bis 30 Milliarden Euro auslösen könnten. Die übrigen Maßnahmen schafften ein weiteres Auftragsvolumen mindestens in der gleichen Höhe. "Das ist eine Summe, mit der wir rasch und wirksam die Konjunktur stärken, ohne mit der Gießkanne durchs Land zu ziehen."

"Wir werden uns mit aller Kraft gegen den Abschwung stemmen", unterstrich Steinmeier und bekräftigte: "Wir wollen unser Land sicher durch die vor uns liegende schwierige Zeit lotsen. Das ist unser gemeinsames Ziel."

 

Für Sie im Landtag: Markus Stein


 

Termine in Monzingen

Veranstaltungen 2020

Counter

Besucher:1125991
Heute:196
Online:1

WebsoziInfo-News

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von websozis.info